Heimatverein Kaufbeuren auf den Spuren des traditionsreichen Ausflugsortes.

Es wurde wieder einmal Zeit: Bereits im Jahr 1963 lud der Heimatverein Kaufbeuren zu einer heimatkundlichen Tageswanderung in den Sachsenrieder Forst ein. Damals erfolgte die Anreise mit der Bahn nach Aufkirch, die Mittagsrast fand im traditionsreichen Waldhaus statt.

Genau 63 Jahre später besuchte nun erneut eine Gruppe des Heimatvereins Kaufbeuren unter der Führung von Helmut Kögel die malerische Lichtung im Sachsenrieder Forst. Obwohl das ursprüngliche Waldhaus im Jahr 1980 abgerissen wurde, erinnert heute noch vieles an seine bewegte Geschichte. Die besondere Lage und die komplexen Zuständigkeiten des ehemaligen Waldhauses werden durch das im Jahr 2014 errichtete kleine Waldhaus mit den dort in den vier Himmelsrichtungen angebrachten Wappen veranschaulicht. Das Waldhaus gehörte zeitweise postalisch zu Frankenhofen im Westen, schulisch zu Sachsenried im Süden – es wurden dort auch Kinder geboren -, politisch zu Dienhausen im Osten und kirchlich zu Denklingen im Norden.

1864 – 1980 Waldhaus

Erbaut wurde das Waldhaus im Jahr 1864 durch die Bayerische Staatsforstverwaltung zur Bekämpfung des Wilderertums. Im Obergeschoss befanden sich Wohnräume, im Erdgeschoss eine Gastwirtschaft. Über viele Jahrzehnte hinweg entwickelte sich das Waldhaus zu einem beliebten und geselligen Mittelpunkt für Waldarbeiter, Forstbeamte, Wanderer sowie Pilz- und Beerensammler. Auch Schulausflüge, Besucher der Tanzbühne unter freiem Himmel sowie der traditionelle Gang nach Emmaus am Ostermontag führten regelmäßig hierher. Bei weiblichen Gästen besonders beliebt war der dort ausgeschenkte süffige Beerenwein. Ab Mitte der 70er Jahre läuteten die Baufälligkeit des Gebäudes und zunehmende Hygienevorschriften das Ende dieser erfolgreichen Ära ein.

Die Gruppe lauschte begeistert den geschichtsträchtigen Ausführungen von Helmut Kögel rund um das Ausflugsziel. Natürlich durfte nach einer gemeinsamen Brotzeit in der Schutzhütte der Eintrag in das inzwischen fünfte Hüttenbuch nicht fehlen. Anschließend machten sich die Wanderer wieder auf den Heimweg.


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